Hallo liebe Freunde und Besucher,

darf ich mich vorstellen - ich bin Katerchen Lacky, von meinen Menschen auch liebevoll Lackerle genannt.

                                 
 

Seit dem 18. Juli 2006 bin ich im Regenbogenland.

Also, heute möchte ich euch einmal meine Lebensgeschichte erzählen 

                                                              
Ich hatte ein sehr schönes Katzenleben, durfte aber leider nur 9 Jahre bei meinen lieben Menschen verbringen.


Ich wurde am Freitag, dem 13. Juni 1997 in einem Dorf bei Halle auf  einem Bauernhof geboren und hatte noch 4 Geschwister. Ich bin eine Europäisch Kurzhaar, also eine ganz normale Hauskatze.
Als ich geboren wurde, erhielt ich den Namen Philipp, wie meine Geschwister hießen weiß ich nicht mehr.
Mit 6 Wochen musste ich von meiner Mama weg und kam in eine neue Familie. Sie gaben mir meinen neuen Namen "Lacky".

Aber die wollten mich auf Dauer nicht haben und ich blieb nur eine Woche dort.
So kam ich dann auf Umwegen zu meinem Frauchen Katja und ihren Eltern.          

                               

Ich war voller Flöhe und hatte ständig Durchfall. Der Tierarzt meinte, mein Immunsystem sei völlig am Boden und Darmzotten hätte ich auch nicht, daher der ständige Durchfall.
Auf meinem Bauernhof waren wir zu viele Katzen, keiner kümmerte sich so richtig um uns und als Futter bekam ich außer meiner Muttermilch auch nur die Reste vom Mittag meiner Bauernfamilie.
In meiner neuen Familie  wurde ich wieder aufgepäppelt und der Tierarzt bekam mich mit Aufbauspritzen so nach und nach wieder hin.
Mein späteres Herrchen, also mein Opa nannte mich immer liebevoll „Sterbestock“.
Ich kleiner Kerl war aber ein Kämpfer und gab nicht auf. Ich wollte bei meiner neuen Familie bleiben, koste es was es wolle.
So wuchs ich langsam zu einem stattlichen Katerchen heran und nichts war vor mich sicher.
Mein Frauchen hatte auch nicht so die richtige Zeit für mich, aber meine Oma und Opa waren ja noch da.
Sie kümmerten sich ganz liebevoll um mich. Als mein Frauchen dann in eine eigene Wohnung gezogen ist, durfte ich bei Oma und Opa bleiben – was war ich froh. Aber wenn Oma und Opa immer in Urlaub gefahren sind, dann hat mich mein Frauchen Katja ganz liebevoll betreut.

In den Jahren 2003 und 2004, als meine Menschen in Mexiko und in Kenia waren zog ich bei meinem alten Frauchen und ihrem Häschen DJ in deren Wohnung ein. Dort hat es mir sehr gut gefallen und Häschen DJ war mein bester Freund. Aber auch ich gab mich von meiner besten Seite, schließlich zog ich ja in Revier, das dem DJ gehörte.

 
An den Wochenenden waren wir von April bis September immer im Garten, das war eine Wonne. Wir blieben immer von Freitag bis Sonntag, denn meine Menschen schliefen dann im Garten.

                               

Ich musste mir ständig überlegen was ich mache, schlafe ich mit in der Laube oder stromere ich lieber  rum. Ich machte immer alles mit.
Gingen Oma und Opa zu Bett ging ich mit und schlief in Omas Armen ein, dann aber meistens gegen 2.00 Uhr nachts überkam mich dann mein Jagdtrieb. Also maunzte ich lautstark und kratzte an der Tür. Ich wusste doch, die Oma steht auf und lässt mich raus. Meistens hatte ich nach 2 Stunden genug vom Mäuse jagen und maunzte und kratzte so lange, bis Oma mich wieder rein ließ. Gerne lief ich mit Oma und Opa ein paar Runden durch die Gartenanlage. Wie ein Hund trottete ich neben ihnen her - ach hat das Spaß gemacht.

                                                   

Dafür aber beschützte ich meine Menschen auch, ich ließ niemand in den Garten. Und wollte doch mal jemand meine Menschen besuchen, den ich nicht leiden konnte – dann wurde einfach ein Katzenbuckel gemacht und gefaucht. So habe ich den Eindringling dann erfolgreich vertrieben.
Ach war das ein schönes Katzenleben.
Ich war eine Einzelkatze, aber das war auch gut so. Ich war ein sehr dominanter Kater, sagte zumindest meine Oma.
Wahrscheinlich kam es daher, dass ich mich als Katzenbaby auf meinem Bauernhof immer durchkämpfen musste.
Als Spielgefährtin hatte ich doch meine „Mauzine“, ein kleiner Plüsch-Pandabär. Meine Mauzine schleppte ich immer mal rum, und ich begnügte mich auch mit ihr, wenn ich mal Gefühle hatte, zumindest tat ich so – ich war doch ein kastriertes Katerchen.

                                                                  


Aber auch in meiner Wohnung hatte ich es schön. Ich konnte einen Katzbaum mein eigen nennen und hatte viel Spielzeug.
Oma hatte extra für mich eine Katzen-CD gekauft. Darauf war spezielle Musik für Katzen und die habe ich so geliebt, besonders das erste Lied, ein Klavierstück. Immer wenn meine Menschen weg gefahren sind, haben sie die Musik angemacht, damit ich mich nicht allein fühlen sollte.

                           


Mein Schlafplatz war überall. Als ich noch ganz klein war, schlief ich immer in Katjas Zimmer auf einem Stühlchen,
später dann mit im Bett oder auf der Couch oder auch öfter auf Schränken, manchmal im Wohnzimmer und manchmal in der Küche – je höher, desto besser.

                                    

Ach, und was habe ich Blümchen geliebt. Sie konnte man so wunderschön aus der Vase zupfen und mit ihnen spielen.

                                                  

                  
Meine Oma meinte immer, ich wäre nicht ausgelastet und brachte mir mit dem Klicker kleine Kunststückchen bei.
Ich muss zugeben, ich war ein sehr gelehriger Kater und für ein paar Leckerli habe ich eben alles gemacht.
Ich konnte „sitz“ machen und „Pfote“ geben, bin auf Kommando auf einen Stuhl gesprungen und über einen Parcours gelaufen.
Im September 2003 war meine Oma unterwegs und wollte erst spät abends nach Hause kommen.
Als Opa nach Hause kam, hatte er nicht bemerkt, dass ich ihm durch die Tür entwischt war. Da ich mich aber immer mal versteckt habe, bemerkte Opa nicht, dass ich nicht zu Hause war. Als Oma dann schließlich nach Hause kam und mich suchte war ich nicht mehr da.
Ich bin, nachdem ich ausgesperrt wurde, im Treppenhaus umhergelaufen. Eine Mitbewohnerin unseres Hauses bekam Besuch von ihrer Tochter und sie entdeckten mich im Treppenhaus. Und wie es so meine Katzenart war, lebte ich meinen Beschützerinstinkt aus, machte einen Katzenbuckel und fauchte sie an. Da jagten sie mich einfach aus meinem Haus. Sie wohnte noch nicht lange in diesem Haus und hatte keine Ahnung davon, dass es mich gab.
Ich lief was mich meine Beine tragen konnten durch eine völlig neue Welt für mich.

                                                          

Ich kannte doch nur die Wohnung und den Garten. Ich lief und lief, über die Straße und über die Bahngleise und kam schließlich in einer Gartenanlage an, aber zu meinem Entsetzen, war mir diese Gartenanlage völlig fremd, es war nicht meine.
Wie mir Opa und Oma dann im nachhinein erzählten, hat mich Oma schon in der Nacht gesucht, im Treppenhaus, im Keller, draußen vor dem Haus – aber ich blieb verschwunden.
Jeden Tag sind Oma und Opa in der näheren Umgebung herumgelaufen und haben mich gesucht und gerufen, aber immer woanders, nicht dort wo ich war. Wie konnten sie auch vermuten, dass ich über die Bahnschienen gelaufen war.
Im  „meinem Garten“, der aber einen Kilometer von meinem Zuhause entfernt liegt, hatten sie auf die Bank eine Kuscheldecke gelegt und immer Futter hingestellt.
Sie haben mich Tag für Tag gesucht, gerufen und mit einer Futterdose geklappert. So vergingen die Tage. Nach einer Woche sind sie auf anraten meiner Mama, doch mal in die Gartenanlage über den Bahnschienen gelaufen, obwohl sie das für unsinnig hielten. Sie riefen immer meinen Namen Lacky, Lacky  …. und es wurde schon dunkel, denn es war ja September. Ich lief, was mich meine Beine tragen konnten maunzend hinter ihnen her, hinter meinen Menschen. Ich war ziemlich abgemagert und voller Zecken. Opa wickelte mich in seine Jacke und trug mich nach Hause. Oma hat die ganze Zeit geweint, so glücklich war sie. Zu Hause angekommen, bekam ich erstmal meine Futterschüssel voll  Katzenfutter. Ich habe mich darauf gestürzt als bekomme ich nie im Leben wieder Futter. Dann hat mir Opa erstmal die Zecken aus meinem Fell entfernt und schließlich durfte ich in Ruhe und Geborgenheit schlafen.

                                         

Ich danke meinen Menschen noch einmal, dass sie nie aufgegeben haben mich zu suchen.
Ich war sehr vorsichtig geworden, ich ging nie wieder hinaus ins Treppenhaus und wenn jemand die Treppe herauf kam, bin ich schnell wieder zurück in die Wohnung gehuscht. Ich wollte niemals wieder weg von meinen lieben Menschen.


Vor anderthalb Jahren entdeckte meine Oma eines Abends beim Kuscheln einen Knoten an meinem Hals.
Sie hatte schon eine komische Ahnung und hat den Tierarztbesuch immer hinausgeschoben. Vor Weihnachten wollte sie die Diagnose nicht wissen. Im Januar sind wir dann zum Tierarzt gefahren und er hat mich zuerst auf eine Speicheldrüsenentzündung behandelt, aber der Knoten blieb.
Im Februar wollte er mir dann die eine Speicheldrüse entfernen und so wurde ich operiert. Aber es war keine Speicheldrüsenentzündung, es war ein bösartiger Tumor.

                               

Ich muss euch sagen, ich hatte einen unsagbaren Kampfgeist. Ich bekam eine hohe Dosis Narkosemittel, denn nach einer halben Stunde war ich immer noch nicht eingeschlafen und auch während der OP musste  mich der Tierarzt nachspritzen.
Meine Menschen haben die ganze Zeit im Warteraum gesessen und um mich gebangt. Während der Heimfahrt hat mir die Oma immer über die Nase gestreichelt, denn ich hatte immer mal kurze Atemaussetzer. Meine Menschen haben ständig bei mir gesessen. Ich wurde früh operiert und am Abend lag ich immer noch in Narkose. Meine Oma hat mir immer nur zugeredet das ich kämpfen und bei ihr bleiben muss. So wachte ich dann am späten Abend wieder auf.
Oma hat mir dann immer gesagt, dass die Aufwachphase ganz schlimm für sie war, ich habe immer Luftsprünge dabei gemacht – aber, ich habe doch nichts davon mitbekommen.
Meine Menschen konnten auch nicht verstehen, dass ich den Verband nicht um haben wollte und immer versucht habe, ihn ab zu bekommen. Aber das hat doch nun mal so sehr gejuckt.

                             

Ich erholte mich schnell, aber was soll ich sagen – der Tumor wuchs wieder und in kürzester Zeit war meine linke Seite voller dicker Knoten. Ich hatte noch eine schöne Zeit bei Oma und Opa, aber so nach und nach konnte ich einfach nicht mehr. Es gab einfach keine Heilung für mich.
Wenn ich bei Oma auf dem Arm war, habe ich sie immer mit meinem Pfotel gestreichelt. Ich wollte ihr doch sagen, dass es Zeit wird Abschied zu nehmen. Aber ich glaube, sie hat das nicht so richtig verstanden.
Sie fuhr mit mir noch zu einer anderen Tierärztin, weil sie sich mit der Diagnose Krebs nicht anfreunden konnte, aber auch dort wurde nichts anderes gesagt. Jetzt war ich wirklich ein „Sterbestock“.
Da Oma und Opa nicht so recht verstanden haben was ich will, zog ich mich sehr oft zurück, ich konnte nicht mehr und sie sollten mich doch gehen lassen. Aber wie sollte ich es ihnen denn sagen, ich konnte doch die menschliche Sprache nicht. Also musste ich was tun. Ich hüpfte eines morgens zu Oma ins Bett und verrichtete einfach mein kleines Geschäft in ihrem Bett, stand dann wieder auf und legte mich in meine Katzentoilette.
Nun hatte meine Oma endlich begriffen.
Sie machte für den nächsten Tag einen Termin beim Tierarzt.
Oma und Opa gaben mir noch Zeit mich von allem zu verabschieden. Sie trugen mich durch die Wohnung an alle meine Lieblingsplätze, trugen mich durchs Treppenhaus.

                               

Ich habe noch mal ein kleines Schälchen Futter gefressen und bin noch mal auf mein Katzenklo gegangen, dann war ich fertig für die Reise ins Regenbogenland.
Auf der Fahrt zum Tierarzt wollte ich nicht in meine Katzenbox. Oma wollte mir auch nicht weh tun, also legte sie mich auf eine Decke in den Waschkorb. Opa spielte während der letzten Fahrt meine Lieblings-CD. Es war eine CD nur für Katzen. Ich wollte aber meine letzte Fahrt nicht im Waschkorb verbringen, also nahm mich die Oma während der ganzen Fahrt auf den Arm und ich schaute aus dem Fenster. Oma staunte, das hatte ich noch nie gemacht.
Ich wollte doch meinen Menschen noch einmal zeigen, wie lieb ich sie habe.
Auch beim Tierarzt blieb ich auf Omas Arm, während ich meine Narkosespritze bekam. Ich habe gefühlt wie mich Oma und Opa gestreichelt haben, dann bin ich für immer eingeschlafen.
Ich habe im Garten, an meinem Lieblingsplatz ein schönes Grab bekommen. Auch einen schönen Sarg habe ich, eine herrliche Weinkiste aus Holz, mit Katzenservietten ausgeschlagen und mit Bildern beklebt. Ich bekam in meine treue Gefährtin Mauzine mit und etwas Katzenminze, die ich doch so geliebt habe.

                                         

Oma und Opa pflegen mein Grab, besuchen mich so oft es geht und zünden mir ein Kerzchen an.

                                


Ich selbst bin jetzt  im Regenbogenland und habe viele liebe Freunde gefunden.

                               

Auf den anderen Seiten könnt ihr Tom, Nero und DJ sowie ein paar andere Tiere von meiner Omi kennen lernen, meine Geschichte kennt ihr nun.

 

Dieses Kerzchen soll für immer ganz hell ewig für unser geliebtes Lackerle strahlen.

                                  

 

Heute ist der 13. Juni 2014 und heute wäre der Lacky 17 Jahr alt geworden.

Nun ist er schon so lange ein kleines Engelchen und sein Zuhause ist das Regenbogenland.

Ihm zu Ehren habe ich heute dieses Bildchen gebastelt und möchte es euch nicht vorenthalten.

             

 

Nun "bewachen" die drei schwarzen Streunermädchen die Gräber von Lacky und DJ in unserem Garten, Zufall oder ? Die Wildkamera liefert den Beweis.

 

                                   

 

Wäre das Lackerle noch bei uns auf Erden, so hätte er am 13.06.2015 seinen 18. Geburtstag gefeiert.

Nun ist er bald neun Jahre ein kleines Engelchen und sein Zuhause ist das Regenbogenland. Dort hat er ganz viele liebe Freunde gefunden.

Von uns bekam er einen Blumenstrauß aus dem Garten und eine neue Platte mit Katze, dem Spruch "Wir vermissen sich so sehr" und Katzenpfötchen, die in der Nacht leuchten, für sein Grab.

 

     

 


 

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